Rückblick
 

Herz und Historie

Aus der alten Tradition des „Vogelschießens“, bei dem der Schütze mit einer Armbrust auf einen hölzernen Vogel feuerte, entwickelte sich im 15. Jahrhundert der Brauch auf eine runde, dekorativ bemalte Holzscheibe mit Scheibenspiegel zu schießen. Um sich im Wettkampf zu messen, in dem oftmals neu entwickelte Feuerwaffen getestet wurden, zielten die Kontrahenten nun auf die Mitte jenes Spiegels auf der Schützenscheibe und „trafen ins Schwarze“ – oder auch nicht.

Der Himmel wird's schon richten. Manchmal ist himmlische Hilfe notwendig, um voll ins Schwarze zu treffen.

Foto: Königlich Privilegierte Schützengesellschaft Fürth

 

Die aufwändig gestalteten Scheiben wurden meist von ortsansässigen Persönlichkeiten gestiftet. Die Gönner wählten häufig Motive, die wichtige Begebenheiten aus dem eigenen Leben, dem lokalen oder aktuellen Weltgeschehen zeigen. Den privaten Bereich repräsentieren vor allem die sogenannten Hochzeitsscheiben. Über eine Zeitspanne von rund 400 Jahren verdeutlichen sich hier der Zeitgeist und die Gesinnung der Menschen durch die Gestaltung der einzelnen Darstellungen. Diese eher romantische Betrachtungsweise änderte sich im 19. Jahrhundert. Das politische Leben wurde als Motiv auf den Scheiben immer beliebter. Im 20. Jahrhundert rückte wieder das Lokale, das Stadtgeschehen, vermehrt in den Blickpunkt. Ausgewählte Schützenscheiben stellen in der Ausstellung den Bezug zu einzelnen Ereignissen der Fürther Stadtgeschichte her. Exponate aus den Beständen des Stadtarchivs Fürth ergänzen und vertiefen die dargestellten Szenen.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Fürth konzipiert.

Die Schau ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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